Bundesfamilienministerium startet Werbekampagne für Pflegefamilien mit BbP-Beteiligung

Mit einer bundesweit angelegten Kampagne wirbt das Bundesfamilienministerium seit heute (1. Dezember 2025) für das Lebensmodell Pflegefamilie. Ein zentraler Baustein davon ist eine Internetseite, auf der es unter anderem Erfahrungsberichte zu lesen gibt – auch von BbP-Mitgliedern.

Vor der Haustür steht ein Mädchen im Raumanzug, den Helm in der einen Hand, in der anderen eine Tasche mit Teddybär. Ihr Blick nach oben sagt: „Zeigt mir, wie schön ankommen ist!“ Mit diesem Slogan hat das Familienministerium die Kampagne „Pflegeelternschaft – Zeit, die prägt“ überschrieben.

Am 1. Dezember ist diese mit der Internetseite www.zeit-die-prägt.de gestartet. Sie liegt auf dem Familienportal des Bundesministeriums und verbindet dort grundsätzliche Informationen über Pflegschaften mit persönlichen Erfahrungsberichten, Expertenwissen und Kontaktmöglichkeiten zu Fachverbänden, Landesjugendämtern und Jugendämtern vor Ort.

Gleich an mehreren Stellen kommen Personen zu Wort, die einen Bezug zum BbP haben. Unter den Erfahrungsberichten findet sich etwa ein Interview mit Line und René Brenczek, einer BbP-Familie vom Niederrhein. Unter der Überschrift „Wir wachsen mit jeder neuen Situation“ teilen sie Eindrücke aus ihrem Alltag mit drei Pflegekindern, von denen zwei auf Dauer und eines in Bereitschaftspflege bei ihnen leben: „Unser Alltag ist lebendiger, bunter und natürlich auch herausfordernder geworden.“

BbP-Pflegefamilie Brenczek auf der Internetseite der Werbekampagne Foto: BMBFSFJ/Theresa Maria Forthaus

Ein anderes Interview hat die beauftragte Kommunikationsagentur „365 Sherpas“ aus Berlin mit Can aus Münster geführt, den die Teilnehmer unseres jährlichen Familientreffens von der Kinderbetreuung kennen. Der 27-Jährige berichtet, wie wertvoll es für ihn war, dass seine Pflegeeltern ihm Zeit ließen und auch in nach schwierigen Phasen weiterhin für ihn da waren: „Sie blieben da, gaben Raum und Zeit, sprachen Dinge an, wenn es ging.“ Heute arbeitet Can als Anästhesiepfleger und engagiert sich bei den Pfadfindern und im Selbstvertretungsrat des BbP.

Bei den Expertenmeinungen kommt Dr. Christian Erzberger aus Bremen zu Wort. Als Sozialwissenschaftler hat er nicht nur Grundlagen erforscht, sondern stets auch die Praxis im Blick gehabt. So gründete er etwa die Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung (GISS) in Bremen und das Kompetenzzentrum Pflegekinder in Berlin. Er ist zudem Mitglied der BbP-Fachgruppe Inklusive Pflegekinderhilfe. Im Interview betont er, wie wichtig die „Passung“ ist: „Welche Lebensform und Unterstützung passen zu den Bindungsbedürfnissen und zur konkreten Situation des Kindes?“

Während die Internetseite bestehen bleibt und laufend ausgebaut werden soll, findet die bundesweite Werbung zur Kampagne nur in den ersten beiden Dezemberwochen statt. In dieser Zeit laufen Fernsehspots, die auf die Seite hinwiesen; in zahlreichen Städten ist auch Plakatwerbung geschaltet. Im Jugendamt Pankow in Berlin stellt Familienministerin Karin Prien die Kampagne zudem öffentlich vor.

Zur Internetseite www.zeit-die-prägt.de

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