Bundesverdienstkreuz für Birte Wiebeck

Die frühere Vorsitzende des Bundesverbands behinderter Pflegekinder e.V., Birte Susann Wiebeck, ist heute mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Im prunkvollen Turmsaal des Rathauses ihrer Heimatstadt Hamburg erhielt sie die Ehrung von Dr. Melanie Leonhard, der Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration.

Birte Wiebeck freut sich über das Bundesverdienstkreuz
Birte Wiebeck (Mitte) erhielt das Bundesverdienstkreuz von Hamburgs Familiensenatorin Melanie Leonhard. [Foto: Kerstin Held]
Im Lauf der Jahre hat Birte Wiebeck es sechs Kindern mit ganz unterschiedlichen Behinderungen ermöglicht, behütet in einer Pflegefamilie aufzuwachsen. Familiensenatorin Leonhard würdigte ihr Engagement mit den Worten: „Dass Sie seit 17 Jahren schwerstbehinderte Kinder pflegen und ihnen während ihres zum Teil sehr kurzen Lebens nicht nur ein Zuhause schenken, sondern viel Liebe, Zuwendung und Geborgenheit, ist keine Selbstverständlichkeit – es ist ein großer Dienst für unsere Gesellschaft.“

Verleihungsurkunde
Die Urkunde des Bundespräsidenten [Foto: Birte Wiebeck]
In ihrer Laudatio zeichnete die Senatorin Birte Wiebecks Werdegang als Pflegemutter nach: „Ende der 90er-Jahre haben Sie gemeinsam mit Ihrem Mann Martin Wiebeck beschlossen, ein Kind zur Pflege zu sich zu nehmen. Dabei hatten Sie nur eine Bedingung: Das Pflegekind sollte – wie Sie auch – eine Behinderung haben, am liebsten eine Sehbehinderung. Sie haben das mal in einem Zeitungsartikel ganz pragmatisch beschrieben: ‚Mich um Kinder mit Behinderung kümmern, kann ich. Hinter Kindern herlaufen, kann ich nicht.‘

2001 zog Ihr erster Pflegesohn Umair bei Ihnen ein. 2006 folgte Noel. 2010 gaben Sie Kiara ein Zuhause.

Die Pflegekinder, die man Ihnen anvertraute entwickelten sich zum Teil besser, als Ärzte es zu prognostizieren wagten. Doch es gab auch Rückschläge. Noel und Kiara sind trotz fürsorglichster Pflege an den Folgen ihrer schweren Behinderung verstorben.“ Bilder von beiden Kindern waren bei der Zeremonie aufgestellt.

Aufgestellte Bilder der verstorbenen Pflegekinder
Kiara (links) und Noel, die beiden verstorbenen Pflegekinder [Foto: Kerstin Held]
Aktuell begleitet Birte Wiebeck zusammen mit ihrem Partner Bernd Lingsteding drei behinderte Pflegekinder. Senatorin Leonhard ergänzte: „Sie, Frau Wiebeck füllen mit Ihrem Engagement die UN-Kinderrechtskonvention, die seit 1992 in Deutschland geltendes Recht ist, mit Leben. In ihr steht geschrieben: ‚Jedes Kind hat ein Anrecht auf eine Familie‘. Sie geben Kindern eine Familie.“

Darüber hinaus war Birte Wiebeck Vorsitzende des BbP von 2009 bis 2014 und engagiert sich auch weiterhin in der ehrenamtlichen Beratung von Pflegefamilien mit behinderten Kindern, speziell im Bereich Blindheit und Sehbehinderung sowie beim Battered-Child-Syndrom.

Zeremonie im prunkvollen Turmzimmer
Verleihung im Turmzimmer des Hamburger Rathauses [Foto: Kerstin Held]
Mit Dr. Sigrid Hülsbergen-Krüger, der Initiatorin der Ehrung
Die Hamburger Ärztin Dr. Sigrid Hülsbergen-Krüger (links) hat die Ehrung initiiert. [Foto: Kerstin Held]
 

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Eine Pflegemutter lächelt ihren Pflegesohn schräg von unten an; er zeigt ihr eine Münze dicht vor ihren Gesichtern.
Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V.
Geschäftsstelle
Kirchstraße 29 26871 Papenburg Deutschland