Zwei Rap-Songs von Ben über FASD auf unserem YouTube-Kanal

Schon lange haben wir immer wieder überlegt: Wie können wir die vielen großen und kleinen Dramen in Bezug auf FASD gut und verständlich transportieren, wie die Gefühlsachterbahnen der Mütter und Menschen mit FASD darstellen, ohne zu stigmatisieren?

Ideen und Visionen gab es reichlich. Und plötzlich – wir können unser Glück kaum fassen – hat Kerstin Held durch eine glückliche Fügung Ben getroffen. Sie hat erzählt und er hat zugehört! Zugehört, gefühlt und verstanden. Ben ist unter anderem Musiker, und er hat sein Talent so dermaßen wunderbar dazu genutzt, die Situation einer Mutter und eines jungen Menschen mit FASD, wie sie wahrscheinlich täglich irgendwo in Deutschland passiert, in zwei Rap-Songs zu verwandeln.

Im Song FASD 1 beschreibt Ben tiefgründig und echt die Situation von wahrscheinlich vielen Frauen: ungeplante Schwangerschaft, Zukunftsangst, vielleicht allein, vielleicht gerade ein neuer Job, vielleicht auch kein Job, vielleicht kein Partner mehr, vielleicht schon eh zu viele Sorgen. Es kann jede von uns sein. Alkohol ist so normal! Nicht mitzutrinken ist nur für wenige Gründe akzeptiert; und dann wäre sie entlarvt, obwohl sie noch gar nicht klar denken kann.

Wie allein kann man sein? Wie schuldig kann man sein? Wie hilflos und klein?

Dann ist sie da, breitet sich aus; die Liebe erträgt die Scham, die Schuld und die Moral. Stellt euch vor, es gäbe Akzeptanz statt Verurteilung, Hilfe statt moralischer Überlegenheit, Visionen statt Stempeln?

FASD 2 beschreibt den steinigen Weg eines jungen Menschen mit FASD. Die Gefühle der Mutter wiederholen sich. Wie allein, wie anders, wie verurteilt und wie hilflos kann ein Mensch sein? Ein täglicher Kampf gegen das Vergessen, gegen die Ausgrenzung und um das Mithalten und die Wertschätzung. Was trägt, ist die Liebe und die Akzeptanz der wichtigsten Menschen.

Wie viel einfacher könnte das Leben von Menschen mit FASD sein, würden wir ihnen zuhören und ihnen Glauben schenken, würden wir uns bewegen und uns befähigen, gemeinsam mit ihnen ein Stück in ihre Welt zu gehen, um zu verstehen, was sie brauchen, um in unserer Gesellschaft zurechtzukommen, ohne erdrückende Last atmen zu können. Wie wunderbar muss es sein, nach einem ewigen Sprint endlich ein gesundes Tempo gehen zu können; einfach genug zu sein.

Uns haben die beiden Songs mitten ins Herz getroffen! Ben ist es einzigartig gelungen, den Müttern und Menschen mit FASD eine – seine – echte Stimme zu verleihen.
Danke!

Nevim Krüger
FASD-Ausschuss des Bundesverbandes behinderter Pflegekinder e.V.

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Ein junges Pflegemädchen bei seiner Pflegemutter auf dem Arm, im Hintergrund das Meer mit diesiger Abendsonne.