Sie möchten ein Pflegekind mit besonderen Bedürfnissen aufnehmen?

Der erste Schritt ist, dass Sie von Ihrem örtlichen Jugendamt eine Pflegeerlaubnis erhalten – gewissermaßen eine Zulassung als Pflegestelle. Das funktioniert meist über ein persönliches Gespräch, einen ausführlichen Fragebogen und ein spezielles Pflegeelternseminar. Im Lauf dieses Verfahrens können Sie sich selbst darüber klar werden, ob Sie sich der Aufgabe gewachsen fühlen, ein Pflegekind aufzunehmen – und falls ja, welchen besonderen Bedürfnissen eines Kindes Sie gerecht werden können. Und die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes können Sie kennenlernen und entscheiden, ob sie Ihnen diese Aufgabe zutrauen.

Haben Sie diesen ersten Schritt erfolgreich durchlaufen, steht die konkrete Bewerbung an. Sie sollten zunächst direkt bei Ihrem örtlichen Jugendamt signalisieren, dass Sie ein Pflegekind mit besonderen Bedürfnissen aufnehmen möchten. Jedes Jugendamt sucht zunächst innerhalb seines eigenen Bezirks nach einem Platz für ein Pflegekind. Für Kinder mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen ist es jedoch oft nicht einfach, vor Ort eine passende Pflegefamilie zu finden. Deshalb unterstützt der Bundesverband schon seit drei Jahrzehnten mit seiner bundesweiten Vermittlungshilfe künftige Pflegeeltern, die ein Kind aufnehmen möchten.

Damit wir uns ein Bild von Ihnen und Ihrer Motivation machen können, bitten wir Sie, unsere Bewerbung möglichst umfassend auszufüllen. Sie ist mit Absicht ziemlich ausführlich. Je besser wir Sie kennenlernen, desto passender kann ein Vermittlungsvorschlag ausfallen.

Der Bundesverband kann jedoch weder dafür garantieren, dass ein Pflegeverhältnis zustande kommt, noch kann er für mögliche Folgen haften. Rechtlich zuständig und verantwortlich ist immer das jeweilige Jugendamt, das ein Pflegekind in die Obhut einer Pflegefamilie gibt.

Das bedeutet auch: Wenn wir ein Pflegekind finden, das zu ihren Vorstellungen passt, erhalten Sie einen anonymisierten Steckbrief des Kindes. Dann leiten wir Ihre Bewerbungsunterlagen an das abgebende Jugendamt weiter. Das geschieht nicht ohne Ihr Wissen – wir fragen Sie vorher erst noch einmal, ob Sie zustimmen. Aber das Jugendamt entscheidet letztlich, ob es Ihnen das jeweilige Kind anvertrauen möchte.

In keinem anderen Fall geben wir Ihre Daten weiter! Wir behandeln Ihre gesamte Bewerbung absolut vertraulich und nehmen die Vorschriften des Datenschutzes sehr ernst. Das sichern wir Ihnen zu. Anders als mit Vertrauen könnte unsere Vermittlungshilfe auch nicht so erfolgreich funktionieren.

Ebenso wichtig ist, dass wir unsere Bewerberinnen und Bewerber so gründlich wie möglich prüfen, bevor wir mit der Vermittlungshilfe beginnen. Das machen wir nicht aus Misstrauen. Wir sind es jedem einzelnen Kind schuldig, dass unsere Empfehlung für eine Pflegestelle so geeignet wie möglich ist, damit das Kind dort Heimat und Geborgenheit finden kann.

Zusätzlich zum ausgefüllten Bewerbungsbogen benötigen wir deshalb von Ihnen:

  • Bescheinigung über einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind
  • Gesundheitszeugnis mit Angaben zur physischen und psychischen Gesundheit und mit der Bestätigung, dass keine Sucht oder Suchtgefährdung vorliegt
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Pflegeerlaubnis des örtlichen Jugendamtes
  • Sofern bereits Pflegekinder bei Ihnen leben und falls zutreffend: Erlaubnis zuständiger Träger

Hier finden Sie unsere Bewerbung als Download.

Am Ende des Fragebogens haben wir Musterformulare angefügt. Damit können Sie das nötige Führungszeugnis anfordern und das Einverständnis Ihres Jugendamtes oder Trägers einholen.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns am besten direkt über unsere Geschäftsstelle (Telefon 04961 669071) oder per Mail an vermittlungshilfe@bbpflegekinder.de.

 

Pflegeeltern gesucht

Hier finden Sie die aktuellen Steckbriefe von Kindern aus unserer Vermittlungshilfe.

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