Was Pflegeeltern brauchen – und was nicht

Teilnehmer der BbP-Fachtagung an Gruppentischen
Arbeitsrunde bei der Fachtagung „Inklusion behinderter Pflegekinder“ [Fotos: Gerhard Schindler]
Bei der Fachtagung „Inklusion behinderter Pflegekinder“ des Bundesverbands behinderter Pflegekinder e.V. in Frankfurt/Main haben am 14. und 15. November 2015 rund zwanzig Teilnehmer diskutiert und erarbeitet, unter welchen Bedingungen Kinder mit Behinderung erfolgreich in Pflegefamilien aufwachsen können – und welche Hürden dem manchmal im Wege stehen.

Christa Wollstädter
Christa Wollstädter

Zwei Referentinnen steuerten wertvolle Ideen und Impulse bei:

Christa Wollstädter, Kinderkrankenschwester aus Mainz mit Pflegemutter-Erfahrung, Vorstandsmitglied im Bundesverband Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD) e.V. und vertreten im Gründungsausschuss der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, einem bundesweiten Pilotprojekt zur Qualitätssicherung in der Pflege;

Annette Elges
Annette Elges

und Annette Elges, Leiterin des Pflegekinderdienstes beim Jugendamt der Stadt Hamm mit jahrzehntelanger Jugendhilfeerfahrung, insbesondere auch mit Pflegekindern mit Behinderung.

Eine zentrale Frage, die in den anschließenden Workshops bearbeitet wurde, lautete: Welche Anforderungen stellt die Vermittlung von Pflegekindern mit Behinderung an die jeweiligen Träger? Unabhängig davon, ob ein Pflegekind direkt über das Jugendamt vermittelt wird oder ein freier Träger dazwischensteht: Was Pflegefamilien brauchen, bleibt dasselbe. Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen sollen Qualifikationsprofile und Handlungsstandards zusammengestellt werden, die der Bundesverband künftig als Empfehlungen verwenden will.

Wünsche auf Zetteln
Wunschliste
Zettel mit Unangenehmem
Verzichtliste

Als Schritt dahin formulierten Pflegeeltern, was sie sich von den Fachberatern ihrer jeweiligen Träger an erster Stelle wünschen – und worauf sie gerne verzichten. Auf der Wunschliste (links) standen dabei vor allem ideelle Werte: etwa Respekt, Anerkennung, Wertschätzung, Transparenz, klare Regelungen und auf Augenhöhe behandelt zu werden. Auf der Verzichtliste (rechts) landeten ebenfalls lauter ähnliche Themen: von ständiger Rechtfertigung über Kontrolle, Bevormundung und Bedrohung bis hin zu Erpressung durch angedrohte Herausnahme des Pflegekindes.

Einig war sich die Runde darin, dass es bei vielen Jugendämtern und freien Träger noch immer an Knowhow fehlt, wenn es darum geht, Kinder mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten in Pflegeverhältnisse zu vermitteln. Hier will der Bundesverband bei der Vermittlung von Wissen und Bedürfnissen unterstützen.

Flur des Tagungshotels
Die Fachtagung des BbP fand erneut im Tagungshotel Hoffmanns Höfe in Frankfurt/Main statt.
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Eine Pflegemutter lächelt ihren Pflegesohn schräg von unten an; er zeigt ihr eine Münze dicht vor ihren Gesichtern.